Das Speicherformat MP3 hat eine stille Revolution eingeleitet, die sich - glaubt man den Erfindern - fortsetzen wird. Derweil arbeitet das Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen (IIS) am Nachfolgeformat "MP3 Surround". Über einen "normalen" Kopfhörer soll der Anwender damit eine vollwertige Surround-Sound-Kulisse erstellen können.
Raumklang mit Kopfhörer Um Musik aus dem Kopfhörer räumlich abzuspielen, verteilten die Erlanger Wissenschaftler die Klänge gedanklich auf fünf Lautsprecher und berechneten, wie sie in den Ohren des Menschen ankommen.
Nur zwei Boxen So arrangiert, ertönt die Musik aus den Ohrstöpseln mit vollem Raumklang. "Man braucht gar keine fünf Boxen. Schließlich haben wir auch nur zwei Ohren", betont Harald Popp, einer der MP3-Urväter vom IIS, der auch die neue Technik mitentwickelt hat. "Man muss sich nur zunutze machen, auf welche Weise das Gehirn verschiedene Geräusche räumlich zuordnet."
Denkweise verstehen Um einen Schrei aus dem Hintergrund vom Geflüster des Tischnachbarn zu unterscheiden, wertet die Denkzentrale in Sekundenbruchteilen lediglich einige wenige Charakteristika aus: Sie erfasst die unterschiedliche Lautstärke und ortet zudem den Schreienden und den Flüsternden anhand des Klangs. Sitzt der Flüsternde zur Linken, so wird er beispielsweise mit dem linken Ohr früher wahrgenommen als mit dem rechten.
10 Prozent größer Mit diesem Wissen können die IIS-Forscher ein Musikstück räumlich erklingen lassen. Die MP3 Surround-Dateien sind dabei nur zehn Prozent größer als bisherige MP3-Dateien.