Für das DVD-Nachfolgeformat Blu-ray erwarten Experten bereits für die nahe Zukunft dank einfacherer und kostengünstigerer Fertigungsmethoden einen deutlichen Preisverfall.
Stückpreise für Rohlinge in Höhe von fünf Euro seien in nächster Zukunft durchaus realistisch, sagte Thomas Nedder, Geschäftsführer des Laufwerk-Spezialisten und Gemeinschaftsunternehmens Sony NEC Optiarc Europe am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur dpa. Bislang liegen die Preise für das neue Medium noch zwischen 20 und 30 Euro. Es sei zu erwarten, dass sich die fallenden Rohling-Preise auch auf die verfügbaren Film-Titel auswirken.
Insgesamt erwartet die Branche nach dem erklärten Ende des jahrelangen Format-Streits ein deutliches Anziehen des Marktes für BD-Medien und entsprechende Abspielgeräte. Für genauere Schätzungen sei es allerdings noch zu früh, sagte Nedder. Marktforscher haben zuletzt im vergangenen November ihre Prognosen abgegeben. Anfang Januar hatte das Hollywood-Studio Warner Bros. dann für die Branche völlig überraschend das jahrelange Tauziehen um das Erbe der DVD mit seiner Entscheidung für die Blu-ray beendet.
"Wir waren selbst überrascht", sagte Nedder. Den letzten Ausschlag für das Aus der HD-DVD habe aber der Handel gegeben. So hatte die amerikanische Handelskette Wal-Mart kurz nach der Entscheidung von Warner Filme auf HD-DVD aus den Regalen genommen und dem Format, das in erster Linie von Toshiba unterstützt und vermarktet wurde, damit den Todesstoß versetzt.
In der technischen Entwicklung habe die Blu-ray gegenüber ihrem ehemaligen Konkurrenten HD-DVD inzwischen aufgeholt, sagte Marketing-Direktor Ralf Wolf. "Die HD-DVD war lange technisch ausgereifter, die Blu-ray ist aber jetzt auf diesem Stand angekommen." Vor allem bei der Bereitstellung von zusätzlichen Funktionen wie der Bild-in-Bild-Darstellung hatten wiederholt die Entwickler des nun unterlegenen Formats die Nase vorn.
Im PC- und Notebook-Bereich hatte sich zuletzt die Nachfrage nach Blu-ray-Laufwerken deutlich erhöht. Insgesamt führte der Streit um das Format jedoch nach Ansicht von Experten zu erheblicher Kaufzurückhaltung bei den Kunden. Nun hofft die Unterhaltungs-Elektronikbranche auf ein deutliches Anziehen der Nachfrage.