Der Branchenverband Bitkom trommelt auch weiter für eine zügige Einführung des hochauflösenden Fernsehens von ARD und ZDF - möglichst noch in diesem Jahr.
Der Verkaufsboom HD-fähiger TV-Geräte und der Trend zu immer größeren Diagonalen erhöhten den Druck auf die öffentlich-rechtlichen Sender, teilte Bitkom am Dienstag in Berlin mit. Derzeit sind die ersten regulären Ausstrahlungen erst zu den Olympischen Winterspielen im Februar 2010 geplant. Ein früherer Start zur Fußball-EM 2008 ist nach Ansicht des Bitkom-Präsidenten August-Wilhelm Scheer aber wünschenswert, ebenso wie ein regelmäßiger Betrieb ab 2009. Die Gerätehersteller wollten außerdem einen klaren Zeitplan der Sender, wie und wann sie auf Übertragungen im HD-Format umstellen, hieß es.
ARD und ZDF ziehen eine schnelle Umstellung derzeit nicht in Betracht, unter anderem aufgrund der geringen Anzahl an HDTV-tauglichen Endgeräten. Tatsächlich sind derzeit nach optimistischen Schätzungen nur rund 350.000 hochauflösende Receiver für Kabel, Satellit und IPTV im Markt. Bis Ende 2008 sollen allerdings schon 1,4 Millionen Haushalte HD-Bilder empfangen können, argumentiert Bitkom. Zusätzlich zu den aktiven Haushalten soll es über fünf Millionen passive geben: Dort ist nur ein HD-fähiger Fernseher im Einsatz, hochauflösendes Material aus dem TV, per Spielekonsole oder Digicam wird nicht abgerufen. Der Anteil aller HD-Haushalte klettert in Deutschland Bitkom zufolge bis Dezember rund 17 Prozent, bis 2009 auf rund 30 Prozent und bis 2010 auf 47 Prozent.
Mehr als die Hälfte der deutschen TV-Zuschauer können bis dato mit dem Begriff des hochauflösenden Fernsehens (HDTV) noch nichts anfangen. Das hatte eine Umfrage der Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) im Herbst ergeben, 53 Prozent der Befragten wussten nicht, was sich hinter der Abkürzung verbirgt. 42 Prozent gaben ab, sich in nächster Zeit keinen entsprechenden Fernseher zu kaufen.