Nach dem Hollywood-Riesen Warner Bros. lässt auch die deutsche Produktionsfirma Constantin Film das potenzielle DVD-Nachfolgeformat HD-DVD fallen.
Von März an werden Videofilme in hoher Auflösung (HD, High Definition) nur noch im rivalisierenden Standard Blu-ray veröffentlicht, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. In diesem Jahr seien zwei bis drei HD-Titel geplant, darunter Kinohits wie "Lissi und der wilde Kaiser" und "Asterix bei den Olympischen Spielen", sagte eine Constantin-Sprecherin auf Anfrage. Mit zunehmender Akzeptanz von HD-Video gebe es auch "Potenzial nach oben". Aktuell wolle Constantin aber einen relativ kleinen Markt nicht mit Produkten überfluten.
"Der jahrelange DVD-Nachfolgestreit hat vor allem im Jahr 2007 eine merkliche Verunsicherung bei den Konsumenten hervorgerufen und damit eine Verzögerung bei der Einführung von Hi-Def in den Mainstream bewirkt", begründete Franz Woodtli, Home Entertainment Vorstand der Constantin Film AG den Schritt. Eine klare Positionierung bringe Vorteile für Verbraucher, Produzenten und Einzelhändler.
Wie Warner veröffentlichte auch Constantin bisher HD-Videofilme in beiden rivalisierenden Standards. Ebenso wie der US-Konkurrent habe man festgestellt, dass Blu-ray beim Absatz einen deutlichen Vorsprung hat: Der Anteil habe bei Constantin-Produktionen 70 Prozent betragen gegenüber 30 Prozent für HD-DVD-Filme. Constantin hatte bisher sieben Videofilme in hoher Auflösung veröffentlicht, darunter beide Teile der "Fantastischen Vier" und "Das Parfüm". Absolute zahlen zum Absatz von HD-Filmen nennt das Unternehmen nicht.
Warner hatte vor einigen Tagen die Unterstützung für die HD-DVD aufgegeben und damit nach Einschätzung von Branchenbeobachtern möglicherweise eine Vorentscheidung im Formatstreit um die DVD- Nachfolge herbeigeführt (SAT+KABEL berichtete). Bisher hatte es eher so ausgesehen, als hielten sich beide Industrielager die Waage. HD-DVD wird in Hollywood nur noch von zwei Studios - Universal und Paramount - unterstützt.