Der Münchner Bezahlsender Premiere will seine Satelliten-Plattform "Star" ab dem kommenden Jahr auch im Kabel vermarkten, um mehr Kunden zu erreichen.
Gespräche mit den Kabelnetzbetreibern der sogenannten Ebene 4 liefen bereits, sagte Premiere-Vorstand Hans Seger dem "Handelsblatt" am Montag. Die Anbieter dieser Ebene haben Zugang zur "letzten Meile", also direkt zum Kunden. Unter den Gesprächspartnern soll sich auch der "Kabelkiosk" des Satellitenbetreibers Eutelsat befinden. Er versorgt über das Angebot zahlreiche von den großen Providern unabhängige Kabelnetze, darunter in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Luxemburg und Liechtenstein.
Bis Mitte 2008 soll das "Star"-Paket mit 20 Spartenprogrammen seine vorläufige Endausbaustufe erreicht haben. Derzeit wird exklusiv für Satelliten-Direktempfänger via Astra 19,2 Grad Ost gesendet. Bislang haben sich rund 80.000 Kunden bei Premiere-"Star" angemeldet. Bis Ende des Jahres sollen es laut Seger 130.000 sein. Mit dem Sprung in die Kabelnetze wolle man rund 25 Millionen Euro Umsatz generieren.
Premiere Star wird seit September über die "Entavio"-Plattform des Satellitenbetreibers SES-Astra vermarktet. Premiere-Bestandskunden können sich das Angebot jedoch auf ihrer vorhandenen Smartcard freischalten lassen und sparen so die monatliche "Entavio"-Gebühr von zwei Euro sowie die Anschaffung einer speziellen "Entavio"-zertifizierten Settop-Box. Über Satellit kann Premiere-"Star" von 16,7 Millionen potenziellen TV-Haushalten in Deutschland und 1,8 Millionen TV-Haushalten in Österreich empfangen werden.