Sony hat am Montag überraschend angekündigt, bereits zum 1. Dezember den ersten Flachbild-Fernseher auf Basis der neuartigen OLED-Technik auszuliefern.
Der Hersteller hatte einen Prototypen auf der diesjährigen Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas präsentiert. Die Mitbewerber Toshiba und Matsushita (Panasonic) hatten im April ihrerseits die gemeinsame Produktion von OLED-Schirmen vermeldet, die allerdings erst ab 2009 in den Handel kommen sollen.
Beim Sony XEL-1 handelt es sich somit nach einer Ankündigung vom Montag um den weltersten OLED-Fernseher. Die neue Sparte solle neben der LCD-Serie "Bravia" zum wichtigsten Produktsegment im TV-Bereich ausgebaut werden, hieß es weiter. Die Geräte sollen besonders hohe Kontrast- und Helligkeitswerte, eine bessere Farbreproduktion und extrem kurze Reaktionszeiten miteinander kombinieren. Sony führt nach eigenen Angaben bereits seit 1994 Forschungen mit OLED durch. Das "organische Panel" als Hauptkomponente für den XEL-1 werde bereits seit September produziert.
Sony machte zunächst keine weiteren Angaben zu Preis und Ausstattung des XEL-1. Unklar blieb auch, ob der Fernseher lediglich in Japan oder zeitgleich auch in den USA, Europa und anderen Märkten angeboten wird. Bei den auf der CES gezeigten Prototypen handelte es sich um ein Gerät mit nur drei Millimeter dünnem OLED-Panel mit einer Diagonale von 11 Zoll (28 Zentimeter) und ein 10 Millimeter tiefes Panel mit 27 Zoll (69 Zentimetern). Das große Modell unterstützte eine Full-HD-Auflösung von 1.920 mal 1.080 Pixeln, das kleinere lediglich 1.024 mal 600 Pixel.
OLED-Produkten (Organic Light Emitting Diode) wird ein Marktpotenzial in Milliardenhöhe prognostiziert. Die Produkte bestehen aus Nanometer dicken Schichten organischer Halbeiter und organischer Farbstoffe. Je nach ihrer chemischen Struktur können sie Licht in allen sichtbaren Farben erzeugen. Die Materialien werden dabei zwischen zwei elektrischen Kontakten eingebettet. Fließt der Strom durch das Bauelement, geben die elektrischen Ladungsträger ihre Energie an die organischen Moleküle ab, die diese wiederum in Licht umwandeln.
Organische Leuchtdioden verwandeln Strom äußerst effizient in Licht und können als dünne, biegsame Folien hergestellt werden. Bislang werden sie erst als kleine Displays in elektronischen Geräten wie Mobiltelefonen eingesetzt. Die Forschungsprojekte sollen dazu beitragen, künftig auch großflächige und flexible Lichtquellen kostengünstig zu erzeugen.