Eine Designer-Box mit zwei Tunern, USB-Schnittstelle und Common Interface – ist der Arion AC-9310PVR der ersehnte Allrounder für den digitalen Kabelempfang?
Noch vor wenigen Monaten war die koreanische Receiver-Schmiede Arion in Europa weitgehend unbekannt. Mit überdurchschnittlicher Ausstattung und einem umtriebigen privaten Support-Forum haben sich die Geräte aus Fernost bei Satelliten-Profis jedoch schnell einen guten Namen gemacht. Mit dem Arion AC-9310PVR liegt jetzt das erste Modell für digitalen Kabelempfang vor, das nahezu alle Tugenden seines in der SAT+KABEL 11/2005 getesteten DVB-S-Konterparts AF-9300 übernimmt. Besonderer Hingucker ist die Möglichkeit, bis zu vier Sender gleichzeitig auf maximal zwei unterschiedlichen Frequenzen aufzuzeichnen.
Flotter USB-Link Wer Dateien unkompliziert zum PC transferieren will, darf sich ebenfalls freuen: Über das mitgelieferte USB-Linkkabel erkennt Windows XP den Arion mit Bordmitteln direkt als externe Festplatte, Kopien lassen sich über den Explorer anstoßen. Nur fünf Minuten Geduld verlangt die fixe Schnittstelle bei der Übertragung von einer Stunde Filmmaterial ab – ein Rekordwert. Weitere Extras sind eine hochwertige YUV-Komponentenausgabe per SCART, ein leistungsfähiger Videoschnitt zur Entfernung von Überläufen und Werbepausen und die Option, verschlüsselte Aufnahmen nachträglich manuell oder zeitgesteuert zu entschlüsseln. Mit dem integrierten Conax-Kartenleser und zwei CI-Einschüben präsentiert sich der AC-9310PVR fit für alle aktuellen Verschlüsselungssysteme der deutschen Kabelnetzbetreiber – sieht man von der geplanten „Videoguard“-Codierung für Pay-TV-Angebote bei Kabel-BW ab Herbst ab, wofür keine nachrüstbare CI-Variante zur Verfügung steht.
Ausstattung Die silberne Box glänzt durch hochwertiger Verarbeitung. Das Display entspricht in VF-Ausführung (Vacuum Flourescent) dem Stand der Technik, ist aber nur vierstellig angelegt. Dafür erleichtern 17 grafische Status-Symbole die Orientierung am Gerät. Bei der Inbetriebnahme springt ein automatischer Assistent in die Bresche. Nach weniger als fünf Minuten ist die Einrichtung abgeschlossen. Beim Programmwechsel muss der Nutzer weniger als eine Sekunde warten, nur das Booten dauert wegen der Festplatten-Initialisierung etwas länger als gewohnt. Time-Shifting mit InstantReplay, flexible Trickfunktionen inklusive dreistufiger Zeitlupe und Navigation über Balken sind ebenso vorhanden wie Bild-in-Bild-Modus, und ein Videotext mit 1.000-Seiten-Cache. Den schnellen, klar angelegten EPG flankiert ein optionsreicher Timer-Modus mit (s. Bild). Vier Favoritenlisten, Sleep-Timer, Mosaik-Modus für bis zu 16 Sender gleichzeitig – mehr geht kaum. Das gilt ebenso für den Lieferumfang: Neben dem USB-Datenkabel und Loop-Through-Steckverbindung für das Durchschleifen der Kabelsignale vom ersten zum zweiten Tuner legt Arion zwei Videokabel und eine zusätzliche Mini-Fernbedienung in den Karton – sie erlaubt nur den Zugriff auf Live-TV und Aufzeichnungen, nicht jedoch auf Menüs. Für die Änderung von Einstellungen kommt zwangsläufig der großformatige, etwas kratzempfindliche Haupt-Zapper ins Spiel. Der AC-9310PVR deklassiert aktuell sämtliche Kabelkonkurrenten. Ein überzeugend umgesetztes Gesamtkonzept.
FAZIT Wunschlos glücklich Der Arion AC-9310PVR erobert im Kabelsektor den Referenzplatz in unserer Bestenliste. Unproblematische Inbetriebnahme, eingängiges Bedienkonzept, schnelle Umschaltzeiten, hochwertige Bild- und Tonwiedergabe mit vielfältigen Ausgabemöglichkeiten und üppige Ausstattung – kein Wunder, dass die koreanische Box mehr als 80 Wertungspunkte erhamstert. Dabei ließen die Asiaten auch der Software die notwendige Sorgfalt angedeihen. Die Festplatten-Erkennung unter Windows ohne Treiber und das 4-in-1-Recording mit Bild-in-Bild stechen als Highlights hervor.
Vorteile + Twin-Tuner + schneller USB-Transfer + vier Aufnahmen parallel + Videoschnitt + sehr gute Ausstattung
Nachteile - Aufnahmen am PC nicht direkt abspielbar - keine Multifeed-Unterstützung - VF-Display nur vierstellig