Der indische Unterhaltungselektronik-Konzern Videon will unter der deutschen Traditionsmarke Nordmende künftig moderne Plasmabildschirme vertreiben.
Die französische Thomson-Gruppe hatte 2006 die Marken Nordmende, Saba und Telefunken an Videon abgestoßen. Das Unternehmen will laut einem Bericht der Tageszeitung "Standard" (Samstagsausgabe) in dem ebenfalls übernommenen Werk in Anagni in der italienischen Provinz Frosinone Plasma-Displays mit Nordmende-Label produzieren und alternativ auch an andere Hersteller verkaufen.
In Anagni waren zuletzt Röhrenfernseher der Marke Videocolor montiert worden. Die unrentabel gewordene Produktion von Kathodenröhren hat Thomson inzwischen nach Indien transferiert. Die Forschungs- und Entwicklungsabteilung der Franzosen soll jedoch weiter in Anagni verbleiben. Als Standortvorteil bei der Bildschirmfabrikation gilt vor allem die Nähe zum Hafen von Neapel, der für den Import von Bauteilen und den Export der Endprodukte genutzt wird.
Parallel zum Standort Anagni will Videon nach Informationen der Zeitung rund eine Milliarde Euro in der süditalienischen Region Kampanien investieren. Dort solle eine weitere Fabrik zur Montage von LCD-Flachbildschirmen entstehen, hieß es. An dem Projekt wollen sich der italienische Staat und die EU-Kommission in Brüssel finanziell beteiligen. Es sei mit der Schaffung von über tausend neuen Arbeitsplätzen zu rechnen, so "Der Standard". Die Fabrikanlagen sollen Ende 2009 in Betrieb genommen werden. Für das Jahr 2012 wird ein Umsatz von 1,13 Milliarden Euro und ein Reingewinn von 172 Millionen Euro erwartet.