Zahlreiche Satelliten-Kunden des Bundesliga-Kanals Arena könnten bei der möglichen Übernahme der Fußball-Live-Ausstrahlung durch Premiere auf unerwartete Schwierigkeiten stoßen.
Weil viele derzeit eingesetzte Receiver ausschließlich mit dem Cryptoworks-Zugangssystem ausgestattet sind, der Münchner Abosender aber auf Nagravision setzt, könnte ein Empfang des neuen Premiere-Angebots unmöglich werden. Alternativ lässt sich zwar ein Conditional Access Module (CAM) wie Alphacrypt oder OmegaTech einsetzen. Dies setzt aber einen CI-Einschub an der Settop-Box voraus, die ein erheblicher Anteil Arena-zertifizierter Boxen nicht mitbringt. Um dieses Szenario noch abzuwenden, müsste der Bundesliga-Kanal das Programm auch in Zukunft wie bislang über die ORF-Tochter ORS über Satellit und in Cryptoworks codiert ausstrahlen.
Nach einem Bericht des Magazins "Focus" (kommende Ausgabe), will Premiere will die Kunden unterdessen anschreiben und über Wechsel und Sonderkündigungsrecht informieren. Betroffen von einem etwaigen Wechsel sind den Angaben zufolge auch die Elektronik-Märkte Media-Markt und Saturn. Sie halten offenbar noch mehrere zehntausend Arena-taugliche Empfänger auf Lager - trotz niedriger Preise.
Das Arena-Mutterhaus Unitymedia will nach bislang unbestätigten Medien- und Agenturberichten seine Live-Rechte an der Fußball-Bundesliga mit Zustimmung der Bonner Wettbewerbsbehörde an den Konkurrenten Premiere sublizenzieren. Der Schritt sei Bestandteil des Vorschlags, den Premiere und Arena dem Bundeskartellamt gemacht hätten, um ihre Vermarktungskooperation zu retten, verlautete auch in Branchenkreisen am Donnerstag (SAT+KABEL berichtete).