Das Verschlüsselungssystem des Münchner Pay-TV-Anbieters Premiere ist offenbar wieder vollständig gehackt. In einschlägigen Internetforen berichten die Teilnehmer von neuen Emulatoren für Dream- und Dboxen. Angeblich soll die Software das Entitlement Control Message (MECM), das Premiere vor rund vier Wochen wieder aufgeschaltet hatte, umgehen.
Neue Methoden gefragt Falls die Receiver - wie kolportiert - tatsächlich in Kombination mit den Emulatoren die Verschlüsselung aushebeln können, steht der Abosender nach dem derzeitigen Stand der Dinge vor einem großen Problem: Das Nagra-System wäre endgültig gehackt. Um Schwarzseher künftig auszuschließen müsste Premiere entweder einen kompletten Smartkartentausch vornehmen, oder die Sicherheitslücke mit neuen Methoden füllen.
Verschiedene Boxen Den Foren-Angaben zufolge können unter anderem die Dreamboxen aus der 7000er-Serie und das Modell DM 500 die Bezahlsender "öffnen". Auch die antiquierten, aber wegen ihrer technischen Ausstattung beliebten Dboxen aus dem Hause Sagem, Philips und Nokia sollen die Premiere-Programme wieder "hell" machen.
Andere Lösungen Seit der Wiederaufschaltung des MECM im Mai tauchten zwar bereits Emulatoren auf. Doch diese waren bisher nur auf Set-Top-Boxen von anderen Herstellern lauffähig. Gleichzeitig ist das illegale Entschlüsseln von Pay-TV-Sendern strafbar. Vor allem Premiere geht rigoros gegen Schwarzseher vor. Mit einem regulären Premiere-Abo fahren Kunden fast immer besser. Dafür sorgt nicht zuletzt die transparente Preispolitik des Unternehmens: Seit Herbst 2006 kostet ein Einzelpaket monatlich nur rund zehn Euro.