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 Premiere
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Beiträge: 575

20.05.2007 19:59
Emus schwarz, Hacker-Karten und Module laufen weiter antworten

Seitdem der Pay-TV-Anbieters Premiere am Montag Arbeiten an seinem Verschlüsselungssystem Nagravision vorgenommen hat, schauen viele Schwarzseher buchstäblich in die Röhre. Mit Hilfe von Software-Emulatoren auf Linux-basierten Receivern war das Bezahlangebot des Münchner Konzerns rund ein halbes Jahr illegal empfangbar. Nun hat Premiere zumindest einen Teilerfolg verbucht. Doch Hackerkarten sowie vereinzelte CI-Module laufen weiterhin stabil.

Automatisches Update
Die Hacker hatten nämlich vorgesorgt und die illegalen Smartkarten vom Typ Anaconda und Minerva mit einer automatischen Update-Funktion versehen. Der Wechsel des Schlüssels (Key) seitens Premiere war für die mit eigenem Betriebssystem ausgestatteten Plastikkarten also kein Problem.

Hidden CAS ohne Erfolg
Auch die Common-Interface-Module T-Rex und Diablo sorgen in Kombination mit entsprechender Software für illegalen Pay-TV-Empfang. Es scheint fast so, als würden dem Abosender und dem Verschlüsselungsspezialist Kudelski die Ideen ausgehen. Denn schon im Oktober des vergangenen Jahres versuchten die beiden Konzerne durch Aktivierung eines versteckten Zugangsberechtigungssystems (Hidden CAS), das System abzusichern. Zwar machte Premiere-Chef Kofler den Schwarzsehern kurzfristig den Garaus. Doch bald war auch die sogenannte MECM-Codierung wieder geknackt.

MECM abgeschaltet
Kurz vor Weihnachten resignierte der Anbieter offenbar und schaltete MECM wieder ab. Ab diesem Zeitpunkt waren sogar Software-Emulatoren wieder in der Lage, sämtliche Premiere-Kanäle sowie die Streifen des Direkt-Portals zu entschlüsseln.

Horrende Schwarzmarktpreise
Während Premiere seit Jahren Maßnahmen gegen den Vertrieb von illegalen Smartkarten vornimmt, reiben sich Karten-Dealer die Hände: Eine Smartkarte, deren Herstellung wohl bei weit unter einem Euro liegt, wird auf dem Schwarzmarkt mit bis zu 120 Euro gehandelt.

Neue Preispolitik
Außerdem verdient das Smartcard-Kartell meist doppelt und dreifach. Da eine Karte nur über wenige Monate mit neuen Files versorgt wird, und Hacker einfach neue Karten zu stattlichen Preisen auf den Markt bringen, rechnet sich die Anschaffung ohnehin nicht. Mit einem regulären Premiere-Abo fahren Kunden fast immer besser. Dafür sorgt nicht zuletzt die transparente Preispolitik des Unternehmens: Seit Herbst 2006 kostet ein Einzelpaket monatlich nur rund zehn Euro.

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