Der Elektronikkonzern New Medium Enterprises (NME) will in wenigen Wochen das erste HD-VMD-Abspielgerät auf den amerikanischen Markt bringen, wie das Unternehmen am Mittwoch bekannt gab. Die Versatile Multilayer Disc (VMD) soll eine günstige Alternative zur Blu-ray-Disc und HD-DVD darstellen und wurde gemeinsam mit dem chinesischen Elektronikhersteller Bejing E-World entwickelt. Ein Experte befürchtet sinkende Kaufbereitschaft und Millionenschäden.
Konkurrenz aus Fernost "Das ist ein sicheres Zeichen dafür, dass sich die Chinesen künftig nicht mehr die Standards von den USA, Japan und Europa diktieren lassen wollen. Sie werden mit Nachdruck darum kämpfen, selbst Standards zu setzen", Andreas Hoffmann, Geschäftsführer beim Hersteller von Duplizier- und Drucksystemen Primera Technology.
Gute Chancen Mit der Power der chinesischen Wirtschaft auf dem High-Tech-Sektor und aufgrund des niedrigeren Preises für die Endgeräte stehen die Chancen laut Hoffmann "gar nicht schlecht, dass die bisherigen Standards ernsthaft Konkurrenz bekommen".
Kaufbereitschaft sinkt Ein neuer Konkurrent für die Blu-ray Disc und die HD-DVD sei genau das, was die Branche am wenigsten brauche, meint der Primera-Technology-Chef. "Die Verbraucher reagieren schon auf die Existenz von zwei Standards mit starker Zurückhaltung - kommt nun ein dritter hinzu, werden sie noch mehr verunsichert und ihre Kaufbereitschaft wird weiter sinken".
Millionenschaden verursacht "Insbesondere in Europa, wo die ersten Geräte von NME und Bejing E-World im Mai und Juni dieses Jahres erwartet werden, würden Händler und Verbraucher erst einmal abwarten, um Preis und Qualitätsmerkmale vergleichen zu können", befürchtet Hoffmann weiter. Er gehe davon aus, dass der andauernde Wettstreit um die Nachfolge der DVD in der Branche schon jetzt einen Millionenschaden in dreistelliger Höhe verursacht hat.
Zwischen Blu-ray und HD-DVD Die VMD bietet in der Standardversion ein Speichervolumen von 40 Gigabyte und liegt damit exakt zwischen Blu-ray (50 Gigabyte) und HD-DVD (30 Gigabyte). Pro Seite sollen bis zu acht Datenträgerschichten (Layer) möglich sein, die zudem mittels eines roten Lasers wie bei der DVD abgetastet werden.